"Nur wer erwachsen wird und Kind bleibt, ist ein Mensch!"

  

  

  

Thema Erziehung

 

Ich liebe Kinder sehr. Ich glaube, dass es wichtig ist, Kindern Grenzen zu setzen, und dass sie lernen, Regeln einzuhalten.

  

Allerdings ist es sehr wichtig Einfühlungsvermögen gegenüber den Kindern zu zeigen und nie aus bloßem Konsequent-Sein-Wollen oder Rechthaberei seinen Willen durchzusetzen. Gerade bei noch sehr kleinen Kindern und in der Anfangszeit bzw. während der Eingewöhnung ist es sehr wichtig, dem Kind einen sicheren Halt zu geben. Dies geschieht durch ein Sich-Einfühlen-Können in die Situation des Kindes, welches ja zum ersten Mal über längere Zeit von Mama und Papa getrennt sein wird. Eine starre Strenge wäre hier sicher nicht angebracht, sondern viel Freundlichkeit und Entgegenkommen.

  

  

Ich bin sehr gerne mit Kindern zusammen. Ihre Energie und Freude inspiriert mich jeden Tag aufs neue. Ich rede viel mit den Kindern, erkläre Ihnen die Welt, auch wenn Sie noch nicht sprechen können. Ich habe für mich festgestellt, dass Kinder spüren, wenn Sie als Person geachtet und wichtig genommen werden und dadurch lernen sie auch schon sehr früh, auch andere Menschen und deren Bedürfnisse zu achten.


Sehr wichtig finde ich die Erziehung zur Selbständigkeit. Ich gebe den Kindern die Zeit und die Gelegenheit, wichtige Dinge wie Treppensteigen, An- und Ausziehen, selbständiges Essen und vieles mehr zu lernen. Auch wenn das bedeutet, dass beim Essen viel daneben geht und dass es länger dauert bis z. B. alle Kinder bereit für den Spaziergang sind.

  

   

  

   

   

  

  

  

  

Eingewöhnung

  

Die Frage, wie lange ein Kind zu Eingewöhnung in seine neue Umgebung, die Tagesfamilie, benötigt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Ich rechne üblicherweise mit ungefähr zwei Wochen. Selbstverständlich kommt dies auf die Persönlichkeit des Kindes genauso an wie auf das Alter. Es gibt Kinder, die nach wenigen Tagen bereits eingewöhnt sind, und andere wiederum benötigen drei Wochen zur Eingewöhnung.

Wichtig ist, während dieser sehr sensiblen Phase behutsam vorzugehen. Ihr Kind war bisher vielleicht noch nie über einen größeren Zeitraum von Ihnen oder Ihrem Partner getrennt und wäre überfordert, wenn Sie sich zu schnell trennen und damit Ihrem Kind den sicheren Halt und Schutz entziehen würden. Der Übergang aus der Familie in eine noch unbekannte Pflegestelle bedeutet für jedes Kind eine große Herausforderung. Die Kinder müssen sich an die neue Umgebung anpassen und eine Beziehung zu einer fremden Person aufbauen. Anfangs ist das Kind mit unbekannten Räumen, fremden Erwachsenen und anderen Kindern konfrontiert. Es muss sich an neue Situationen, einen veränderten Tagesablauf und an eine mehrstündige Trennung von den Eltern gewöhnen. Diese Veränderungen fordern dem Kind Lern- und Anpassungsleistungen ab, die mit erheblichen Stress verbunden sein können (aber nicht immer müssen).


Gehen Sie mit Ihrem Kind die erste Zeit gemeinsam zur Tagesfamilie, unterstützen Sie es bei der Entdeckung der neuen Umgebung und dem Kennenlernen der Betreuungsperson.

Lassen Sie sich nicht täuschen, wenn Ihr Kind scheinbar angstfrei die neue Umgebung alleine inspiziert. Es hat ja die Sicherheit des anwesenden Elternteils!

Beobachten Sie gemeinsam mit der Betreuungsperson das Verhalten Ihres Kindes. Wenn Sie sich etwas zurück nehmen, stellen Sie fest, dass es auch Bindungen zu der Betreuungsperson eingeht. Dies äußert sich dadurch, dass Ihr Kind nicht ausschließlich zu Ihnen kommt, wenn es etwas Neues zeigen will, einen Wunsch hat oder Körperkontakt sucht, sondern verstärkt auch die Betreuungsperson kontaktiert.

Jetzt können Sie erproben, ob Ihr Kind zunächst kürzere Zeit (Zimmer verlassen), mittlere Zeit ( eine kleine Besorgung machen), oder schon längere Trennungszeiten verkraften kann.
Sprechen Sie mit der Pflegeperson darüber, wie sich Ihr Kind verhalten hat, ob es sich von ihr trösten lässt, wenn es weint, ob es Wünsche äußert und ob es die notwendige Sicherheit bei ihr findet. Wenn ja, ist die Eingewöhnung des Kindes gelungen.

 

Und noch etwas! Ob sich Ihr Kind von Ihnen trennen kann, hängt zum Großteil auch von Ihrer Einstellung ab. Sie müssen Vertrauen zur Betreuungsperson haben und Ihr Kind auch loslassen können. Ihr Kind beobachtet die von Ihnen ausgesandten Signale genau!

Ein Kind löst sich leichter von einem fröhlichen, lachenden und optimistischen Elternteil, als von einem ängstlich und unsicher wirkenden.
Verabschieden Sie sich von Ihrem Kind! Stehlen Sie sich nicht heimlich davon, denn nach einer solchen Erfahrung würde sich das Kind beim nächsten Mal ängstlich an Sie klammern, um Ihr unbemerktes Verschwinden zu verhindern.
Dehnen Sie den Abschied aber auch nicht aus; hierdurch signalisieren Sie Unsicherheit und provozieren dementsprechende Reaktionen des Kindes. Ihr Kind sollte spüren, dass Sie fest hinter Ihrer Entscheidung stehen, jetzt zu gehen und das Kind darf bleiben.



Bleiben Sie in den ersten Tagen noch auf Abruf verfügbar!

  

  

   

  

  

  

Wundern Sie sich nicht, wenn Sie in der Eingewöhnungszeit nicht viel von unseren sonstigen Beschäftigungen beobachten werden. Ich lege viel Wert darauf, das Kind nicht hauptsächlich an den Ablauf bei mir und die anderen Kinder zu gewöhnen, sondern ich möchte gerne eine Beziehung zum neuen Kind aufbauen. Am besten gelingt dies bei den Kleinen, wenn man sich ganz auf sie konzentriert und immer wieder Spielangebote oder ähnliches macht, aber immer das neue Kind bestimmen lässt, was jetzt interessant ist und wann etwas Neues noch interessanter ist ;-) .  Ich werde also keine großen Spaziergänge machen oder Basteln, sondern nur versuchen, die Freundin Ihres Kindes zu werden. Werde ihm zeigen, was sich an Schätzen in unseren Kisten verbirgt, Türme mit ihm bauen, verstecken spielen, oder was immer meinem neuen Freund/meiner neuen Freundin in den Sinn kommt.


Mit dieser Vorgehensweise habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht, da die Kinder mich auf diese Weise schon gut kennen lernen konnten, bevor Mama oder Papa dann zum ersten Mal die Wohnung verlassen.